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2010-06-29 Solinger Tageblatt "Altlast kostet 2,2 Millionen Euro"
Tim von der Trappen
#1 Drucke Post
Geschrieben am 29.06.2010
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Super Administrator

Posts: 140
Registriert seit: 12.12.08

Auch wenn dies nicht in direktem Zusammenhang mit unserem Problem in Fürkeltrath steht, so ist der vorliegende Artikel doch sehr interessant. Hier wird schnell klar, dass die Städte bei der Planung und Umsetzung von "Galvanikprojekten" die späteren Folgekosten nicht zwangsläufig einkalkulieren.
Ob sich die Maßnahme unter Berücksichtigung von ggf. später anfallenden Sanierungskosten noch lohnt, muss hier genau geprüft werden. (Anm. der Redaktion von www.fuerkeltrath.de)


Altlast kostet 2,2 Millionen Euro

UMWELT Verseuchtes Firmengelände wird saniert. Stadt wird mit 400 000 Euro zur Kasse gebeten.

Bisherige Berichterstattung: http://solinger-tageblatt.de

Von Miriam Olbrisch

Ein wenig verschlafen wirkt das Grundstück, das hinter hohen Metallzäunen an der Grabenstraße 20 in Ohligs in der Mittagssonne liegt. Was hinter den Absperrungen lauert, vermutet von außen wohl niemand: Schwermetalle wie Nickel und Chrom durchsetzen Gemäuer und Boden, auch Tenside, die krebserregend sein können, gibt es. Unliebsame Hinterlassenschaften einer Galvanik-Firma aus den 20er Jahren, deren Betreiber vor ein paar Jahren Insolvenz anmeldete. Da auch der Eigentümer pleite ist, liegt die Verantwortung für die Sanierung bei der Stadt, der das Grundstück seitdem gehört.

Mit „mehreren Hunderttausend Euro“ bezifferte Dr. Klaus Strehlau, Leiter des Stadtdienstes Natur und Umwelt, die Wiederherstellungskosten im Gespräch mit dem ST im Oktober 2007. 2010 haben sich die Ausgaben auf über 2,2 Millionen Euro summiert. „Nicht sonderlich dramatisch“, wie Strehlau findet. Schuld daran seien damals unbekannte, weitere Altlasten, die bei Erkundungsbohrungen gefunden wurden. „So was passiert bei fast allen Projekten, das ist nicht außergewöhnlich“, sagt Strehlau. Und außerdem: 80 Prozent der Kosten trage der Altlastensanierungsverband des Landes (AAV). Die Stadt sei mit rund 400 000 Euro involviert.

Spätestens durch den Verkauf des Grundstückes an einen potenziellen Investor, der an dieser Stelle Einfamilienhäuser bauen soll, bekomme die Stadt ihr Geld wieder herein. „Unser Ziel ist es, mit plus/minus Null aus der Sache herauszugehen“, sagt Strehlau. Und das, obwohl 80 Prozent des Erlöses an den AAV zurückfließen.

Das Grundstück soll 1000 Euro pro Quadratmeter kosten

Ein bemerkenswertes Ziel, wenn man bedenkt, dass ein Investor für das 2200-Quadratmeter-Grundstück saftige 2,2 Millionen auf den Tisch legen müsste - ein Quadratmeterpreis von etwa 1000 Euro. Zum Vergleich: Ein Grundstück in Widdert, Solingens teuerster Wohnlage, ist 295 Euro pro Quadratmeter wert, heißt es beim städtischen Gutachterausschuss.

Bis es so weit ist, wird es aber noch dauern. Passiert ist an der Grabenstraße nach außen hin nicht viel. Seit etwa drei Jahren läuft eine Sickerwasserbehandlungsanlage, die das Regenwasser reinigt, bevor es ins Grundwasser gelangt. „Eine reine Überbrückungsmaßnahme“, sagt Strehlau. Die Sanierung - Abriss der Gebäude und Entfernung der verseuchten Erde - hat noch nicht begonnen. Nach Aussagen der Stadt besteht aber keine Gesundheitsgefährdung.

Bis zum Ende der Sanierung wird mindestens ein weiteres Jahr ins Land gehen, vielleicht auch zwei, schätzt Strehlau. Die Pumpe muss in dieser Zeit weiterlaufen. 60 000 Euro kostet der Betrieb des Gerätes jedes Jahr. Geld, das man sich hätte sparen können? „Schneller ging es wirklich nicht“, sagt Strehlau bestimmt. Man habe lange mit dem AAV verhandelt. „Wir haben Glück, dass wir überhaupt Fördergeld bekommen.“ In anderen Städten könnten solche Prozesse locker zehn Jahre dauern.


www.fuerkeltrath.de/downloads/53858108_0.jpg
Seit den 20er Jahren sind an dieser Stelle Schadstoffe in den Boden
geflossen. Die Stadt ist jetzt für die Sanierung verantwortlich. Foto: cb


Webseite des Solinger Tageblatts
http://www.solinger-tageblatt.de/
 
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